Achtung Mogelpackung Ökostrom…

Öko-Strom, nicht immer ist auch das drin, was drauf steht! Nicht alle Anbieter halten sich an die gesetzlichen Richtlinien für Ökostrom und deklarieren sich dennoch als Öko! Immerhin bieten viele Stromanbieter ihren “Öko-Strom” sogar etwas teurer an, als den “normalen” Strom. Was von sich aus schon unverständlich ist, da die Produktion der erneuerbaren Energien wesentlich günstiger ist, als z.B. Kohle- oder Gas-Kraftwerke. Lassen Sie sich als Verbraucher nicht beirren und achten Sie auf die richtigen Label für Öko bzw. “Grünen Strom”. Wenn es Ihnen wirklich wichtig ist, etwas für die Umwelt und die erneuerbaren Energien zu tun, dann sollten sie vor allem auf zwei wichtige Sigel achten.

Vertrauenswürdig: Ökostrom mit Grüner Strom Label

Voraussetzung für die Erteilung des Labels ist der Abschluss der Label-Vereinbarung mit dem Verein Grüner Strom Label e.V. Nach Erteilung des Labels wird jährlich geprüft, ob diese Verpflichtungen erfüllt wurden. Das Grüner Strom Label (GSL) gibt es in Silber und Gold.

Hinter dem Grüner Strom Label e.V. stehen folgende Verbände, “deren Verbandszweck den Schutz der Umwelt und die Förderung Erneuerbarer Energien und sparsamen, effizienten und ressourcenschonenden Energieeinsatz umfasst” (Zitat aus der Vereinssatzung, §4, Absatz 1):

Mit dem Grüner Strom Label möchte der Verein vor allem die grüne Qualität von Ökostromprodukten für Verbraucher transparent und erkennbar machen. Mit dem Grüner Strom Label wird Grüner Strom gekennzeichnet. Gemeint ist Strom, der “naturverträglich aus regenerativen Energiequellen erzeugt” wird.

Die mit dem Grüner Strom Label ausgezeichneten Ökostromangebote sollen vor allem Investitionen in Anlagen zur Erzeugung von Strom aus regenerativen Energien und aus Kraft-Wärme-Kopplung bewirken. Und zwar Investionen in  Anlagen, die derzeit zusätzlich zu den gesetzlichen  Einspeisevergütungen (nach EEG und KWKG) noch weitere Zuschüsse benötigen.

Kriterienkatalog Grüner Strom Label als PDF downloaden.

Die wichtigsten Kriterien des Grüner Strom Labels sind:

  • Grüner Strom Label Gold: Der Strom wird zu 100 % aus Erneuerbaren Energien gewonnen.
  • Grüner Strom Label Silber: Der Strom wird zu mindestens 50 % aus Erneuerbaren Energien gewonnen und zu maximal 50 % aus Kraft-Wärme-Kopplung. Das Grüner Strom Label Silber wird nur bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen vergeben (kleine Anbieter, die im zertifizierten Produkt weniger als 1 Mio. kWh im Jahr verkaufen).
    Anmerkung: Über 90 % der in 2008 zertifizierten Strommenge stammt aus erneuerbaren Energien.
  • RECS-Zertifikate (als Nachweis fiktiver Stromlieferungen) werden nicht anerkannt. (Infos zu RECS-Zertifikaten finden Sie weiter unten auf dieser Seite.)
  • Je kWh wird ein bestimmter Förderbetrag für den Neubau und Betrieb von Anlagen zur Stromerzeugung aus regenerativen Energien und Kraft-Wärme-Kopplung entsprechend der Grüner-Strom-Label-Prinzipien verwendet. Der Förderbetrag bei Privatkunden ist mindestens 1 ct/kWh. Bei Großabnehmern gelten Sonderregelungen.
  • Die Höhe des Förderbetrages muss auf der Homepage des Stromanbieters in der Produktkommunikation angegeben werden.
  • Auch die gesetzlichen Förderbeträge (Stromeinspeisevergütung nach EEG bzw. KWKG) werden nachweislich in den Ausbau regenerativer Energien reinvestiert.

Über 700 neue Anlagen konnten mit Hilfe der Stromkunden im Rahmen der Grüner Strom Label Zertifizierung bereits realisert werden. Welche das im Einzelnen sind, zeigt der Verein auf einer interaktiven Deutschlandkarte mit allen GSL-Anlagen.

Vertrauenswürdig: Ökostrom mit ok-power Label

Das Ökostrom-Label ok-power wird von Energie Vision e.V. vergeben. Nach eigenen Angaben steht das ok-power-Gütesiegel für eine “vertrauenswürdige und transparente Zertifizierung von Ökostrom mit echtem Zusatznutzen für die Umwelt”. Gründer des Vereins sind:

Die Einhaltung der zertifizierten Kriterien wird jährlich geprüft. Kriterien für ok-power Zertifizierung als PDF (ausführliche Version).

Für die Vergabe des des ok-power-Labels ist nach drei Modellen möglich:

  1. Händlermodell
    • Der Strom wird mindestens zu 50 % aus Erneuerbaren Energien gewonnen. Ein Anteil von maximal 50 % des Stroms darf aus umweltfreundlichen, Anlagen zur hocheffizienten Ernergieerzeuung in Kraft-Wärme-Kopplung (Erdgas) stammen.
    • Mind. 1/3 des Stroms muss aus Anlagen kommen, die nicht älter als 6 Jahre sind. Ein weiteres Drittel muss aus Anlagen kommen, die nicht länger als 12 Jahre in Betrieb sind. Das soll Anreiz zum Neubau von Ökostrom-Erzeugungsanlagen schaffen.
    • Keine Doppelförderung. Die Anlagen beider Kategorien dürfen nicht bereits durch das EEG oder vergleichbare Mechanismen im Ausland förderfähig sein, um eine Doppelförderung. auszuschließen.
  2. Fondsmodell
    • Der Strom stammt zu 100 % aus Erneuerbaren Energien.
    • Mit einem Teil des Strompreises werden neue regenerative Erzeugungsanlagen unterstützt. Es werden nur solche Ökokraftwerke unterstützt, die ihren Strom nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ins Netz einspeisen, bei denen die EEG-Vergütung jedoch nicht zu einer Wirtschaftlichkeit führt. ok-power macht Vorgaben, welche Anlagen in Frage kommen und überprüft die Mittelverwendung.
  3. Initiierungsmodell (2011 neu eingeführt)
    • Der Strom wird mindestens zu 50 % aus Erneuerbaren Energien gewonnen. Ein Anteil von maximal 50 % des Stroms darf aus umweltfreundlichen, Anlagen zur hocheffizienten Ernergieerzeuung in Kraft-Wärme-Kopplung (Erdgas) stammen.
    • Der Ökostromanbieter initiiert den Neubau regenerativer Stromerzeugungsanlagen. Dafür dürfen auch bestehende gesetzliche Förderregelungen in Anspruch genommen werden.
    • Neukunden-Regelung: Innerhalb von fünf Jahren müssen 75 % der Strommenge, die Neukunden verbraucht haben, nachweislich durch selbst initiierte Anlagen regenerativ erzeugt und ins Stromnetz eingespeist worden sein.
    • Bestandskunden-Regelung: Der Stromanbieter muss dafür sorgen, dass jährlich neue regenerative Anlagen initiiert werden, die eine Strommenge in Höhe von 4 %  des Stromverbrauchs der Bestandskunden erzeugen. Das führt dazu, dass die regenerativen Anlagen im Turnus von 25 Jahren erneuert und dem aktuellen Stand der Technik angepasst werden.

Für alle drei Modelle muss zusätzlich eine Reihe strenger Umwelt-Kritereien eingehalten werden, z.B.

  • Windkraftanalgen und Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) dürfen nicht in Naturschutzgebieten stehen.
  • Stromerzeugung aus Müllverbrennungs-Anlagen ist tabu.
  • Der zulässige Stromanteil, der aus Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK-Anlagen) gewonnen wird, muss hocheffizient sein und darf nur aus Erdgas-Kraftwerken stammen, nicht etwa aus Kohlekraftwerken.

Vertrauenswürdig: Ökostrom mit TÜV NORD Siegel: geprüftes Ökostromprodukt

Die Zertifizierung “Geprüftes Ökostromprodukt” des TÜV NORD richtet sich nach der . Die Einhaltung der zertifizierten Kriterien wird jährlich geprüft.

Die wichtigsten Kriterien der TÜV NORD Zertifizierung “geprüftes Ökostromprodukt” sind:

  • Der Strom wird zu 100 % aus Erneuerbaren Energien gewonnen. Ein Anteil von maximal 50 % des Stroms darf aus umweltfreundlichen Anlagen zur Ernergieerzeuung in Kraft-Wärme-Kopplung (z.B. Erdgas) stammen.
  • Die Förderung der erneuerbaren Energien ist eine wesentliche Zielsetzung des  Stromangebots und des anbietenden Unternehmens.
  • Preisaufschläge werden für  die Förderung Erneuerbarer Energien genutzt, insbesondere zum Neubau von regenerativen Anlagen.
  • Die Zertifizierung kann zusätzlich auf weitergehende vom Stromanbieter zugesicherte Merkmale des jeweiligen Stromtarifs ausgeweitet werden.

Gerade der letzte Punkt ermöglicht dem Okostromanbieter, sich freiwillig strengeren, selbst auferlegten Ökostrom-Kriterien zu verpflichten. Schauen Sie sich deshalb immer das aktuelle TÜV-Zertifikat des Stromanbieters an.

Vertrauenswürdig: Ökostrom mit einer EE-Zertifizierung des TÜV SÜD (EE01, EE02)

Für Strom der zu 100 % aus Erneuerbaren Energien (EE) stammt  – also für Ökostromanbieter mit echtem Ökostrom – bietet die  Zertifizierungstelle “klima und energie” des TÜV SÜD gleich zwei Zertifizierungen an: EE01 und EE02.

Beide Ökostrom-Zertifikate bestätigen dem Ökostromanbieter allem voran folgende ökologische Grundhaltung: “Der Schutz des Klimas ist ein wesentliches Ziel der Unternehmenspolitik; insbesondere der Ausbau der Erneuerbaren Energien als Instrument zu mehr Klimaschutz soll  gefördert werden.” Die Einhaltung der zertifizierten Kriterien wird jährlich geprüft.

Link zum TüV Süd mit Privatkunden-Infos zur Ökostrom-Zertifizierung.

Link zum TüV Süd mit Infos für Ökostromanbieter, die ihren Kunden garantiert Strom aus erneuerbaren bzw. umweltfreundlichen Energien liefern.

TÜV SÜD Label EE01 – “Zertifizierung von Stromprodukten aus Erneuerbaren Energien mit mindestens 25 % Neuanlagenanteil”

Das Ökostrom-Label TÜV SÜD EE01 bestätigt, dass wichtige Ökostrom-Kriterien erfüllt sind. Die wichtigsten EE01-Kriterien sind:

  • Die Energieträger für die Stromerzeugung sind zu 100% Erneuerbare Energien.
  • Mindestens 25% der Stromliefermenge kommen aus neuen Anlagen kommen. Und zwar aus Anlagen, die nicht länger als 3 in Betrieb sind.
  • Preisaufschläge werden für den Ausbau regenerativer Energien verwendet.

(Quelle: top50-solar.de)

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